Archiv für Mai 2008

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Steigende Preise für freie Taxiwahl

30 Mai, 2008

In der Stadt Zürich steigen am 1. Oktober die Taxipreise. Dafür hast du am Zürcher Hauptbahnhof die freie Taxiwahl. So steht es mindestens auf einem Schild geschrieben. Was eigentlich selbstverständlich sein sollte, erweist sich in der Realität als Blechtiger. Zwar ist es kein Problem, auf dem Bahnhofplatz ein genehmes Taxi auszuwählen. Aber: Der auserwählte Taxifahrer weigert sich, dich zu fahren. Stattdessen verweist er dich an den wild fuchtelnden Kollegen mit dem Occasions-Taxi zuvorderst in der Warteschlange. Denn der Taxifahrer deiner Wahl weiss genau, dass er Probleme mit seinen Konkurrenten kriegt, wenn er dich als Fahrgast akzeptiert.
Die freie – oder manchmal auch gar keine – Wahl hast du nur, wenn du mit Überseekoffern oder Skiausrüstung ankommst. Wenn du Glück hast, findest du zuhinderst in der Taxikolonne einen Fahrer mit genügend Gepäckraum. Wobei auch das nicht wirklich eine freie Taxiwahl ist.

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EURO 08: Die Drohnen kommen!

29 Mai, 2008

Während der EURO 2008 setzt das Militär über Basel, Bern und Zürich Drohnen ein. Jetzt warnen uns die US-Behörden, dass diese unbemannten, ferngesteuerten fliegenden Untertassen (UFFO) frühestens in 4 Jahren flugtauglich sind – also rechtzeitig zur EURO 2012 in Polen und der Ukraine. Die Drohnen seien technologisch nicht ausgereift, vergleichbar mit Computern der ersten Stunde. Wenn ich an meinen ersten Computer zurückdenke, dann kann ich allen public and privat viewers nur eines raten: duck and cover!, wenn du ein verdächtiges Summen hörst. Das sind tief fliegende Drohnen.

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EUROphorie: Zeig Flagge!

28 Mai, 2008

Für die endlich bald beginnende EURO 08 zeigt das Land Flagge: Schon über 700 000 Autofahnen mit Schweizer Kreuz wurden hierzulande verkauft. Auch die Fans der anderen EM-Länder zeigen Autoflagge. Meistens sind es zwei: die der Schweiz und ihres Heimatlandes. Mit dieser Strategie vermeiden sie Kratzer an der Auto-Carrosserie. Die tägliche Fähnli-Eu(ro)phorie-Statistik findest du im Sportteil des Tages-Anzeigers: die Schweiz führt bis jetzt klar.
Autofahnen sind eher was für Männer. Für die weiblichen Fans gibt es andere Möglichkeiten, sich zu outen. Zum Beispiel für die Aftergame-Show in nicht ganz jugendfreier EM-Partykleidung: für unter und über der Gürtellinie.

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Tag der Nachbarn

27 Mai, 2008

tag-der-nachbarnHeute steigt unser Nachbarfest im 1. Untergeschoss der Tiefgarage. Zum nachbarlichen Beisammensein bringt die Jugendgang die Winterreifen von Familie B. zurück. Und als Höhepunkte des Abends erneuern die kreativen Jugendlichen diverse Graffitis und Carosseriekratzer. Darauf stossen wir mit dem Rotwein an, den sie 2001 aus meinem Keller geliehen haben. Beim Duzismachen frage ich dann unseren Abwart, welche Funktion ein Abfallkübel hat, in den man keinen Abfall reinschmeissen darf. Zum Beispiel der in unserer Waschküche: „Bitte keine leeren Waschmittelpackungen in den Kübel werfen!“ Daraufhin wird mir meine Nachbarin erklären, wieso sie jeweils meine nasse Wäsche auf einen Haufen wirft („das gibt diesen lässigen Knitter-Look“). Dem Edi, der nach Wipkingen gezogen ist, erkläre ich nachträglich, dass ein Weber-Grill nicht für Rauchzeichen gemacht ist. Dafür wird mir Catering-Betreiber Luca schildern, wie er morgens um 3 Uhr Zwiebeln hackt (da kommen höchstens den schlafenden Nachbarn die Tränen). Am meisten aber freue ich mich auf das Outing der Nachbarn, die Plastiksäcke und Rasierklingen in den Kompost werfen. Sie erhalten von unserer Kompostgruppe eine Einladung zum nächsten Siebtag.
In den USA gibt es vielleicht auch einen Neighbor Day. Was es garantiert gibt, ist die Website Rotten Neighbor, sogar mit einem Eintrag über einen (Zitat aus der NZZ) „psychotischen, wirklich armseligen Bünzli-Schweizer, Rassist, homophob, tyrannisiert alle anderen Bewohner des Hauses.“ Das ist nicht mehr Web 2.0, sondern Web -.0.

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Ambush Commenting

26 Mai, 2008

Mein Blog ist noch zu wenig bekannt. Nur so ist es zu erklären, dass ich keine Post vom UEFA-Präsidenten Michel Platini erhalten habe. Ganz im Gegensatz zur Berner Tageszeitung „Der Bund“. Sie schreibt in ihrem Blog „Zum runden Leder“ UEFA-feindliche Kommentare. Für die UEFA ist das nicht tolerierbares „Ambush Commenting“. Sie forderte deshalb die Blogger dazu auf, die Nennung von nicht offiziellen Sponsoren im Zusammenhang mit der Euro 08 zu unterlassen (siehe „heute“ von heute). Ich mache es trotzdem: Afri-Cola, Brother, Burgdorfer Bier, Burger King, Honda, Motorex, Panasonic, Pirelli, Puma, Visa. Schau’ mer mal, wie lange Platini’s A-Postbrief von Nyon bis Zürich braucht.

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Schweiz vor dem EURO-Out

25 Mai, 2008

Gemäss unbestätigten Gerüchten aus unzuverlässigen Quellen droht der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft schon vor der Euro 08 die Disqualifikation. Grund: Die Nati tritt im Puma-Dress an und betreibt damit Ambush-Marketing. Denn nicht Puma, sondern adidas ist der offizielle Euro-Sponsor. Und weil die ganze Mannschaft und nicht nur Einzelspieler in Puma eingekleidet ist, sprechen Sponsoring-Experten von einem klaren Fall von Ambush-Marketing. Ein am Sonntag telefonisch nicht erreichbarer UEFA-Sprecher kann das Gerücht weder bestätigen noch dementieren und schon gar nicht kommentieren. Fest steht aber, dass die Nati nur noch wenige Tage hat, um aus dem springenden Puma drei Streifen zu machen.

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Weiche Fussballthemen

24 Mai, 2008

Nur noch 14 Mal schlafen bis zum Eröffnungsspiel der EURO 08. Wird auch langsam Zeit. Denn was bitte sollen die armen Fussballjournalisten bis zum 7. Juni schreiben? Champions-League-Sieger und Landesmeister stehen fest, der Ball ist runder als je zuvor, ein Spiel dauert 94 Minuten, 26 Millionäre sind ins Luxushotel eingerückt. Das Resultat dieser nachrichtenarmen Vorbereitungszeit: Patrick Müller flieht aus Lyon, Köbi schläft tranquillo und Yakin kauft in der Migros ein. Mit solchen Schlagzeilen rettet sich die Fussballjournaille über die Zeit. Und weil es ausser Resultaten in Vorbereitungsspielen keine harten Fakten gibt, werden die weichen Themen eingewechselt: Auf dem höchsten Fussballplatz Europas in Gspon (VS) steigt die Bergdorf-EM , in Stuttgart werden Trainingsbälle zu Handtaschen und in Österreich heisst ein Foul mit gestrecktem Bein „Eisenbahner“. Da kriegst du Alpträume! Deshalb freue ich mich ungemein auf das Eröffnungsspiel. Ob ich danach besser schlafen werde?

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Leserbrief der Woche 21/08

23 Mai, 2008

„Euro-Flüchtlinge! Uns versperrt man nicht nur den Weg, man nimmt uns regelmässig das Recht auf Schlaf bei den vielen Festen mit groben Auswirkungen auf das Nachtleben. Am schlimmsten wirds bei der Euro! Drei Wochen und täglich am Morgen zur Arbeit. Für uns unvorstellbar! Bezahlt uns die Stadt eine Ausweichmöglichkeit? Bei solch einem ‘Begeisterungszwang’ müsste sie dies doch, oder?“
I.T. (nicht zu verwechseln mit E.T.), Tagblatt der Stadt Zürich

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EURO-Sponsoren: Even bad news are good news

22 Mai, 2008

Die Deutschen nehmen die offiziellen EURO-Sponsoren nur begrenzt wahr. Der Bekanntheitsgrad der Unternehmen hat in den letzten 6 Monaten ab- statt zugenommen. Diese ernüchternden Resultate sind für die Schweiz nicht 1:1 übertragbar. Bereits vor dem 1. Anpfiff hat Carlsberg seine Bekanntheit mit schlechten Schlagzeilen massiv gesteigert. Aber: Neue Biertrinker, die freiwillig zur Carlsberg-Flasche greifen, werden die Dänen nicht gewinnen – im Gegenteil. Auch wenn die dipl. Medienexpertin Dr. phil. Regula Stämpfli weiss: „Selbst schlechte News sind gute News.“ Diese Weisheit müsste sich die als nationale EURO-Sponsorin praktisch unbekannte Hublot zu Herzen nehmen. Und das geht so: Uhren anderer Marken dürfen in Stadien und Fanzonen nicht getragen werden. Damit würde der Genfer Luxusuhrenproduzent endlich für Schlagzeilen sorgen.

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Zürcher Biersitten

21 Mai, 2008

Zürich ist trotz Turbinenbräu keine Bierstadt (mehr). Zuerst ging am Eishockey-Playoff-Finale im Hallenstadion nach 40 Spielminuten das Bier aus. Zum Glück wurden in den Katakomben noch einige Fässer gefunden. Und bei der ZSC-Meisterfeier gab es dann ökologisch wertvolles Aludosenbier und Freinacht auf Glatteis. Dass es dabei keine Schwerverletzten gab, ist wohl dem Alkohol zu verdanken. Ein weiterer Beweis, dass „Bier, in Massen getrunken, gewiss nicht schadet“.
Ansonsten gelten in der Host City Zurich andere Sitten: An den Fussballspielen von GC und FCZ gibt es um und im Leichtathletik-Stadion Letzigrund nur 2,4%-Bier. Darum bringen die Zuschauer das Dosenbier gleich selber mit. So weit soll es an der Street Parade nicht mehr kommen. Stadträtin Esther Maurer droht mit dem Ende der technoiden Grossveranstaltung, sollte es wieder zu Alkoholexzessen kommen. Um diese Drohung zu unterstreichen, fährt ein grünes Sponsor-Gefährt auf dem städtischen Tramnetz. Das Tram trägt Werbung für Carlsberg alkoholfrei: das offizielle EURO-08-Bier, das niemand trinken und schon gar nicht 6 Franken dafür bezahlen will.