Gestern war ich am Final der Champions Hockey League. Auf das Endspiel hin werden die Sportstadien normalerweise immer grösser. Nicht so in Zürich: Wenn der ZSC das Finale im europäischen Klubeishockey erreicht, muss er ins Kleinstadion nach Rapperswil ausweichen. Am Schluss war das allen egal: „Egal wo, egal wie, mir sind immer debi“, sangen die ZSC-Fans nach dem historischen 5:0 gegen Magnitogorsk. Damit hatte niemand gerechnet. Das zeigte die folgende Freinacht. Die Fans pilgerten nach Zürich-Oerlikon. Aber das Public-viewing-Zelt beim Hallenstadion war bereits geschlossen, und vor dem Cheyenne bildete sich eine lange Warteschlange. Dafür ging in der Trübli-Bar die Post ab – bis 2 Uhr. Doch die ZSC-Spieler liessen sich bis zu unserem Abgang nicht blicken; die waren im Mascotte. Ich hätte doch auf meinen Kollegen mit Draht in die Spielerkabine hören sollen.
Archiv für Januar 2009

ZSC gewinnt im Exil
29 Januar, 2009
CH-Grenzschutz mit Webcams
27 Januar, 2009Über Webcams kann jedermann die Grenze zwischen den USA und Mexiko überwachen, schreibt die SonntagsZeitung. An der 2000 Kilometer langen Grenze zwischen Nord- und Mittellos-Amerika stehen 13 Kameras. Schätzungsweise 33 000 Hilfssheriffs melden den Grenzern illegale Einwanderer. Ein ähnliches Projekt wurde bereits 2006 in England lanciert. Ich bin gespannt, wie lange es dauert, bis auch die Schweiz solche Webcams einsetzt; zum Beispiel an den westlichen Grenzen der neuen EU-Länder Bulgarien und Rumänien. Spätestens dann, wenn wir die Ausweitung der Personenfreizügigkeit auf diese beiden Länder an der Urne ablehnen sollten. Bloss: Wie könnten die selbst ernannten Grenzpolizisten zwischen bulgarischen Wirtschaftsflüchtlingen, rumänischen Fahrenden und pauschal besteuerten Wirtschaftskriminellen unterscheiden? Dafür müsste der Suchraster zuerst verfeinert werden.

Anita „Cougar“ Buri
25 Januar, 2009
Auf meinem Blog landen immer wieder Leute, die nach der nackten Anita Buri suchen. Damit kann und will ich nicht dienen. Dafür kann ich aus der neusten Weltwoche zitieren. Dort schreibt Namedropper-Kolumnist MvH: „Anita Buri, Frisch- Single und Miss Schweiz 1999, hatte ein hautenges Streifenkleid an und gab bereits wieder Gas (Blick), in Amerika würde man sie als cougar beschreiben (‘ältere Frau auf der Pirsch’).“ Damit schliesse ich das Thema Anita Buri ab.

Stapi-Kunigunde
14 Januar, 2009
„Im Zürcher Wahlkampf ums Stadtpräsidium erleben wir: Mit den Männern ist auch die Leidenschaft verschwunden“, schreibt Tagi-Chefredaktor Peter Hartmeier. Stimmt doch gar nicht! Denn eine dritte Frau bringt Leidenschaft in den Wahlkrampf. Bereits zum fünften Mal kämpft auch Kunigunde Grätzer-Karner ums Amt als Stadtmutter. Auf ihren Wahlplakaten liefert die designierte Stapi-Kunigunde dem denkenden Volk Patentlösungen und Antworten auf die Weltkrisen. Zum Beispiel „Recht auf Recht“ oder „Neue Arbeit/Volle Kassen“. Und aus dem Stadthaus wird das „Haus der Fach-Senat-Information“. Wer da nicht zwei Mal! Kunigunde auf den Wahlzettel schreibt, ist selber schuld.

Durchsage der Leitstelle
14 Januar, 2009„Liebe Fahrgäste, wir Bus- und TramfahrerInnen möchten uns recht herzlich bei allen bedanken, die in dieser kalten Jahreszeit vermutlich extra bei der vordersten Tür ein- bzw. aussteigen! Meistens sind es Fahrgäste, die mit Wollmütze, Halstuch und Handschuhen bestens ausgerüstet sind! Wir FahrerInnen können uns zum Arbeiten doch nicht so einhüllen, sondern müssen noch beweglich sein. Also lasst es doch, wenigstens in der kalten Jahrzeit. Okay, Dank an alle!“
S.A. im Tagblatt der Stadt Zürich;
sie oder er liegt nach von Fahrgästen extra verursachten Durchzügen erkältet, unbeweglich und gut eingehüllt im Bett. Okay?

EWS: Landes- oder Rabenmutter?
11 Januar, 2009
BDP-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf ist zur Schweizerin und zur Politikerin des Jahres gewählt worden. Wie wird jetzt SVP-Autoauffahrer Christoph Mörgeli in seiner Weltwoche-Kolumne auf diese Volkswahl reagieren? Seit dem Abgang von „Blinddarm“ Sämi Schmid und der Zufallswahl von Giacobbo-Imitator Maurer Ueli kann sich Mörgeli auf den Abschuss von Widmer-Schlumpf konzentieren. Aber was schreiben, wenn der TV-Pöbel mit 70% Stimmenanteil eine abtrünnige SVP-Bündnerin zur neuen Landesmutter wählt? Ist sie insgeheim eine Rabenmutter? Verlangt sie den Viertelstundentakt nach Felsberg? Hat sie was mit Moritz? Wir warten entspannt auf Mörgelis einspaltige Zweihänder-Kolumne.

Sihlpost zu verschenken
10 Januar, 2009Am 17. Januar kannst du dir portofrei Teile der neuen Zürcher Sihlpost unter den Nagel reissen: Türen, Beschläge, Fassadenplatten, Zementsteine, Lavabos, Leuchten und Lampen, Fenster, Oblichter, Kabelkanäle und Schutzraummaterial. Einfach alles, was dein Bastler- und Do-it-yourself-Herz begehrt. Da musst du unbedingt zuschlagen. Schliesslich hast du das 1992 eröffnete Briefsortierzentrum Sihlpost mit deinen Portogebühren mitfinanziert. Es ist also nur recht, wenn du dir deinen Anteil an dieser postalischen Fehlplanung zurückholst.

The Biggest Loser
8 Januar, 2009
Wer gedacht hatte, der Tiefpunkt der TV-Kultur sei mit „Ich bin ein C-Promi, den niemand kennt, holt mich hier raus“ erreicht worden, der wird heute Abend eines Besseren belehrt. Die ehemalige DDR-Eisprinzessin Katharina Witt sorgt auf Pro 7 dafür, dass Niveau und Pfunde ins Bodenlose fallen. Wer im neuen deutschen Quotenknüller „The Biggest Loser“ am meisten Gewicht und Selbstachtung verliert, der gewinnt 100 000 Euro. Untertroffen werden kann diese Sendung eigentlich nur noch durch eine Adaptierung auf SF: vorgelebt würde die Abnehmer-Schau durch Nella Martinetti und Peach Weber.

Hommage an den ZSC
8 Januar, 2009
Copyright by Wäbi:
„wenn dänksch, das mer i de letschte 8 jahr drü mal meischter worde sind und jetzt na im champions lig final stönd . . . .
unglaublich . . . . . und diä viele öbig mit fruscht und träne, in biel, chur, ajuua, chlote, bern, friburg . . . . . tüfschläg wie chad silver, umbausaison im stah, sturzenegger, nüme di alt halle, kei bänk meh, lions im name, en svp-ler als presi, zesi und zeiti weg . .. . . . ä schlegi det, tränegas da, am grüene tisch gäge bern abstiege . . . bern macht eus nach de 3:1 füerig zur minna und verprüglet eusi jungs . . . billet kontrolle a de kantonsgränze im jura . . . hallestadion-geischt . . . . s’bier wird wieder tüürer . . . . .und mir verdiened immer na kein stutz dra . . . ahhh, statt zsc gseht mer wieder ross i de halle . . . au schön. . . . phhuääää . . . . .
und dänn diä geile moment, wo ni niä wett misse; 2000 59:50, schuss plavsic und es ewigs gooooooooooool ide halle.. 2001; i de verlängerig, samuelson nei er schüüüst, und gooooooool.. scheibli de ewig gälbi pulli, krutov lauft zum penalty ah und goooool, luganesi sind gschlage, in zug uf em iiis . . .finale, oooohh,
ä gravatte zum erschte sieg über chlote, de dritti rang und all sini erinnerige . . . . . rauch emal, näbel überem iis. . . . schrub dini sitznummere ab, lui und munti ohni haar a de meischter fiiir, häsch mer füüür, de joint brennt nüme, bier-tuschi allleeee, schön isch blau wiiis und rot . . . . . wällleeee, schiri mir wüssed wo dis auto staht . .. . eggi, mach emal öppis grusigs, meh strom i d’hose, zell emal diä spieler . . . . pizza, spaghettti, ambri piotta,
villi sache sind besser worde, es git au sache wo i mir wieder würd zrugg wünsche. aber de club isch in bewegig und mir tünd guet dra diä veränderige (mindeschtens) z’akzeptiere, suscht würd’s de verein i dere form wohl nüme gä . . . . . en fact. und ich dänke alli wo da sit jahre debii sind, öb links oder rächts, öb rich oder arm, öb agglo oder us em elfi . . . händ än flick a dä richtige stell wäg . . . . und dä heisst zsc . . . ich dänke dä meischt unterschätzti club in züri und umgäbig . . . .
tja, mir werded ruhiger und das isch au guet so. aber das herz wo ich im mim herz träge, wird immer für diä jungs us örlike schlahhhhhh.
soooo, jetzt hämmer wieder emal in gedanke gschwellgt . . . . diä gschicht isch nanig ganz fertig gschriebe. mir händ diä saison au scho (berner)bäre gschlage, wieso nöd au emal (russischi)bäre stresse . . . ?? diä ziit erinneret mi schwer a meischter jahr: en lauf, en längere lauf, ups im final und mir sind nüme z’halte gsi . . . . . . brucht na viel arbet vo de ganze crew und schön uf em bode bliibe . . . . aber mit wille und cleverness schafft mer bekanntlich sehr sehr viel . . . .“

Notizen zu Banalem
6 Januar, 2009„Abschied vom Single-Dasein nimmt Thomas (Tutti) Wolfensberger, 37. Der Immobilieninvestor (Peach Properties) heiratet die bildhübsche Bündnerin Nathalie Fasciati. Sie ist Dentalhygienikerin und eine begnadete Snowboarderin. Ihre Eltern sehen so jung aus, dass man sie für Nathalies Geschwister halten könnte. Mit Tutti Wolfensberger fällt einer der begehrtesten Junggesellen aus dem Rennen am Heiratsmarkt. Er hat Geld, ist dynamisch, und seine Verehrerinnen finden, er sieht aus wie Brad Pitt. Ausserdem fährt er einen Porsche mit vierstelliger Nummer.“
Solche und ähnliche realsatirischen Banalitäten findest du auf Notizen zu Namen.