Archive for April 2008

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Dolder Grand Opening

27 April, 2008

Ich war nicht an der Eröffnung des Dolder Grand. Obschon ich gemäss Einschätzung von Peter Rothenbühler wohl auf die Promi-Freiwilligenliste gehöre. Das sind diejenigen, die immer kommen. Leider hatte ich an diesem Abend keine Zeit zu kommen. 1000 andere VIPs schon. Sie standen lange frierend draussen vor der Tür. Ich dagegen sass im überheizten Kino Corso 4. Für George Clooney alias Michael Clayton musste ich nicht Schlange stehen. Dafür entging mir der warme Händedruck von Dolder-Besitzer Urs E. Schwarzenbeck und VerwaltungsratsmitgliedIn Silvia a. Affoltern. Und das Décollté von Shawne Bohrer-Fielding mit Bindestrich. Sie hatte gemäss SonntagsZeitung Mühe, mit ihren Highheels auf dem weichen Dolder-Teppich die Balance zu halten. Da hatte es Ex-Miss-Schweiz Jennifer Ann Gerber ohne Bindestich einfacher mit ihrem Schluckweh. Paola & Kurt, Jürg & Raquel, Stefan & Brigitte waren auch im Dolder. Sie gehören zur B- und C- Prominenz. Das sind laut Rothenbühler Leute, die kommen, wenn sie Zeit haben. Nächstes Mal werde ich mir auch wieder Zeit nehmen.

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Stossverkehr im Hallenbad City

25 April, 2008

Wenn du Kontakt suchst: Pack die Badehose ein und dann nichts wie los ins Hallenbad City. Da triffst du Philosophen in der Umkleidekabine, Pädophile unter der Knabendusche, Schwule auf den besten Fensterplätzen und viele andere Sportler mehr. Sie alle tummeln sich auf geschätzten 15 x 50 m dichter als im Fischzuchtbecken. Darunter sind kompromisslose Rückenschwimmer, die dir bei jeder Passage in den Nacken schlagen; wasserfest geschminkte ältere Damen, die dir lächelnd ihre Hornhautfersen in die Weichteile rammen; schwimmende Fleischberge, die eine atemberaubend hohe Bugwelle vor sich hertreiben; verbissen trainierende Triathleten, die einfach über dich hinweg crawlen; alibimässig sporttreibende Plaudertaschen, die an der Wendemarke ungeniert im Weg stehen. Kurz: du findest schnell körperliche Nähe – ob du nun schwimmst oder nicht. Da können andere Erlebnisbäder schlicht nicht mithalten.

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EUROphorie

18 April, 2008

Die Euphorie für die EURO 2008 (TM) steigt unaufhaltsam: 40-Jährige tauschen auf dem Pausenplatz Panini-Bildli, Dieter Meier versenkt im HB goldene Kugeln, die CS verschenkt Fussbälle aus pakistanischen Kinderarbeitsstätten, auf dem Heuried findet erstmals ein Länderspiel (Schweiz – Österreich) statt. Und 20Minuten bietet einen EURO-Anwalt auf. Er beantwortet juristische Fragen rund um die EURO 2008. Zum Beispiel: Hat Ruth Genner Anspruch auf ein Gratis-Ticket, wenn sie am 1. Juni zur Stadträtin gewählt wird? Gilt die Fluglärmverordnung auch für die Drohnen der Stadtpolizei? Muss ich einem deutschen Polizisten meine ID zeigen? Fortsetzung in 20Minuten.

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Eventmanie in der Zürcher Bahnhofhalle

16 April, 2008

Die SBB haben die Halle des Zürcher Hauptbahnhofs in den 1990er-Jahren ausgeräumt. Damals versprachen sie, dass der „grösste gedeckte Platz Zürichs“ während der meisten Zeit frei bleibe. Heute ist die Halle fast täglich belegt: Beachvolleyball, Bierharassen-Stapeln, Handy-Weitwurf, Töggeliturnier. Kein Event ist zu abstrus, um nicht Geld in die SBB-(Pensions)Kasse zu bringen. Denn was bitte bringt eine leere Bahnhofhalle? Als weiterer geldbringender Event bietet sich die Sandmurmel-WM 2009 an. Und die ZSC Lions suchen immer noch ein gedecktes Plätzchen. Die Suche nach freien Spieldaten dürfte allerdings in der Bahnhofhalle nicht leichter sein als im Hallenstadion.

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Nichtraucher-Stadion

14 April, 2008

„Das Hallenstadion ist ein Nichtraucher-Stadion“, tönt es immer wieder durch das weite Rund. Und: „Wer das Verbot missachtet, wird aus dem Hallenstadion gewiesen.“ Auf dem Weg an die frische Luft passierst du dann die neblige Pausenzone. Dort ist Rauchen ausdrücklich erlaubt. Vor lauter Rauch kannst du an ZSC-Spielen kaum mehr das Ende der Schlange vor dem Bierstand erkennen. Überall wird gepafft, was die Drittelspause zeitlich hergibt. Denn: das Hallenstadion ist ein Nichtraucher-Stadion.

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Reglementiertes Private Viewing

12 April, 2008

An der EURO 08 (TM) müssen Public-Viewing-Anbieter Lizenzgebühren bezahlen. Wer die EM-Spiele auf einem Grossbildschirm mit über 3 m Diagonale zeigt, zahlt 160 bis 2500 Franken. Je nachdem, ob er Eintrittspreise und Getränkezuschläge verlangt. Und jetzt kommt’s – verschämt und ganz am Schluss der Agenturmeldung: Für gemeinsames Fernsehen im Kollegen-, Freundes- und Familienkreis werden keine Lizenzgebühren fällig. Wow! So viel Grosszügigkeit war mir subito suspekt. Deshalb habe ich die einschlägigen gesetzlichen Verordnungen studiert. Und tatsächlich. So einfach ist das nicht mit dem Private Viewing: 1. Lärmschutzverordnung: Jubelschreie über 100 Dezibel sind ab 22 Uhr verboten, Autohupen sind nur in der Public-Celebrating-Zone an der Langstrasse erlaubt; 2. Baugesetz: Pro Quadratmeter Wohnzimmerfläche sind nur 2 Private Viewer zulässig; 3. Bundesamt für Gesundheit: Pro 250-Gramm-Sack Zweifel-Chips wird eine Zwangsabgabe von 10 Rappen pro (Mit-)Esser an die Schweiz. Adipositas-Stiftung fällig; 4. Wasserschutzverordnung: Pro Private Viewer darf die Toilettenspülung nur 1 Mal pro Six Pack Bier betätigt werden. Und last but not least: Wer ein nicht offizielles Bier oder mehr als 3 m Carlsberg-Bier trinkt: Lizenzgebühren siehe oben.

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Toi, toi mit „Roadbag“

11 April, 2008

Wenn du an der EURO 08 (TM) in der voll gestopften Public-Viewing-Zone einen weissen Brei unter deinen Füssen spürst: das ist kein Sommerschnee. Es handelt sich vielmehr um den ungiftigen und geruchlosen (?) Gel eines geplatzten „Roadbags“. Das ist ein faltbarer Plastikbeutel, der das Urinierproblem an der EURO 08 sprichwörtlich lösen soll – mindestens das männliche. Durch den „Roadbag“-Ring passen Penisse bis 5,5 cm Durchmesser (Durchschnitt: 3,95 cm), Platz hat es für 700 ml Urin. (Alle Angaben aus „heute“ und ohne Gewähr.) Dem Blasendruck sollte der „Roadbag“ also Stand halten. Aber bei mutwilligem Aussendruck platzt der Urinbeutel schnell aus allen Nähten. Deshalb bin ich sicher, dass die „Roadbags“ in den EURO-08-Stadien zu beliebten Wurfmitteln mutieren werden. Toi, toi und Wohl bekomms!