Archive for September 2009

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Offenes Miss-Schweiz-Rennen

25 September, 2009

Anne-Sophie MooserValentina BianchiniValentina Parente„Anne-Sophie hat im Rating die Nase vorn“, schreibt 20Minuten vor der morgigen Miss-Schweiz-Wahl.  Ganz anderer Meinung sind die (älteren?) Leser der Schweizer Illustrierten: Bei ihnen läuft Anne-Sophie Mooser mit 4% der Stimmen unter ferner liefen. SI-Favoritinnen sind die beiden Valentinas. So viel zur Aussagekraft von solchen Votings. Vielleicht sollten Jury und Zuschauer bei der Krönung der Miss Schweiz 2009 die Ergebnisse des Misswissenstests zu Rate ziehen.

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3 Fragen an Nils Minkmar

20 September, 2009

Deutschland-FahneSagen Sie mal einen lockeren Satz über Deutschland.
Ein Paradies mit Postleitzahl!

Gibt es so etwas wie einen deutschen Nationalcharakter?
Wenn Sie ein paar Filme von Loriot hintereinander schauen, kriegen Sie einen ganz guten Eindruck davon.

Welchen Unsinn über Deutschland möchten Sie im Ausland nie mehr hören?
Über Deutschland wird eher zu wenig Unsinn erzählt, ich bin eigentlich über jede Erwähnung froh.

(Quelle: Das Magazin, die Ausgabe mit dem Audi-Werbung-Cover)

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Zürcher Billigmarken

19 September, 2009

„GC auf dem Weg zur Billigmarke“, schreibt Thomas Schifferle im heutigen Tages-Anzeiger. Wie recht er doch hat. Allerdings gilt diese Feststellung nicht nur für den Zürcher Traditionsfussballklub, sondern auch für seine „Qualitätszeitung“. Die Marke Tages-Anzeiger wird zunehmend an die Inserenten verkauft. Ausdruck dafür sind die beiden Omega-Inserate, die den Traditionstitel täglich flankieren – eine markentechnische Todsünde, aber gut fürs Geschäft. Weitere aktuelle Beispiele: Im heutigen  Bund „Zürich und Region“ ist eine vierseitige Verlagsbeilage zur Züspa integriert. Im Sportteil folgt die PR-Seite für Neuheiten und Adressen: „Unser Angebot: nach Ihren Wünschen von uns massgeschneiderte, aktuelle PR-Artikel zu einem Thema Ihrer Wahl …“ Ganz zu schweigen von den umstrittenen Erotik-Inseraten. (Einen Schritt weiter geht das beigelegte Magazin: Es hat sein Cover an Audi verkauft.) Ich bin gespannt, ob der ab 29. September umgebaute Tages-Anzeiger wieder auf relevante redaktionelle Inhalte setzt – oder seine Marke weiter abwirtschaftet. Wir bleiben dran.

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Der Russe kommt!

18 September, 2009

Russischer BärIn 17 Wochen RS und 9 WKs wurde ich auf die jederzeit mögliche Konfrontation mit dem bösen Feind vorbereitet. Der BöFei war rot und kam aus Osten. Er wäre gemäss Szenario der Übung Feuervogel bei St. Margrethen über den Rhein gekommen. Derweil verschliefen wir im supponierten Lazarett im Untersiggenthaler Schulhaus die Zeit bis zum Übungsabbruch.
Wie haben sich doch die Zeiten und Bedrohungslagen geändert! Heute rollen wir für den Russen den Roten (sic!) Teppich aus: Staatspräsident Medwedew von Putins Gnaden wird mit militärischen Ehren (früher: Mobilmachung!) auf dem Flughafen Zürich begrüsst (Truppenlandung, Invasion!). Während seines Aufenthalts (Besetzung!) stellt die Armee 200 Soldaten zur Verfügung (Überläufer!?), die mit Fahrzeugen (Panzer!) und Booten die Route (Vorstoss!) sichern – vor allem während des geplanten Ausflugs in die Innerschweiz (Reduit!). Aus Angst vor Bombenlegern (Speznaz!) müssen in Brunnen 200 Bootsbesitzer den Fönhafen räumen (U-Boot-Stützpunkt!). Am Montag wird die Berner Innenstadt (Häuserkampf) und am Dienstag der Luftraum (Mig-21!) gesperrt. Um das Gelände zu sondieren (Minenfelder!) hat Medwedew vorgängig zwei ostrussische Bären (Schläferzelle!) eingeschleust.
(Quelle: Tages-Anzeiger)

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FCZ: 11 hätte, wenn und aber

16 September, 2009

Leoni - RealWenn der FC Zürich gegen Real Madrid im neuen Hardturmstadion gespielt hätte, wenn es geschneit hätte, wenn beim FCZ der Champions-League-erprobte Eldin Jakupovic im Kasten gestanden wäre, wenn Cristiano Ronaldo nach der Attacke (von Aegerter?) das Schussbein gebrochen hätte, wenn Kaka wegen Leibchenzupfens die rote Karte gesehen hätte, wenn der fliegende Tihinen keinen Freistoss am Sechzehner verursacht und das Duell gegen Higuain gewonnen hätte, wenn Leoni zwei Fäuste gebraucht hätte, wenn die erste Halbzeit nach 45 Minuten zu Ende gewesen wäre, wenn Casillas wegen Nichtberührens von Alphonse Rot gesehen hätte, wenn der Schiri einen zweiten Elfmeter für den FCZ erfunden hätte, wenn Margairaz ein Kopfballspieler wäre, wenn Adolf Ogi noch Sportminister wäre, dann hätte der FCZ gegen 9 Madrilenen mit 4:0 gewonnen.

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Soziale Verzugszinsanstalt

14 September, 2009

Ich bin amtl. anerkannter selbständig Erwerbender. Bis es soweit war, brauchte es aber seine Zeit. Bereits im Mai hatte ich meine Unterlagen bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA) eingereicht. Im August fragte ich mal nach bei der SVA, wie das so sei mit ihrem Entscheid. Antwort: Sie seien überlastet, würden mein Dossier aber sofort bearbeiten. Und siehe da: zwei Tage später hatte ich Bestätigung und Rechnung im Haus. Die Rechnung habe ich fristgerecht bezahlt. Trotzdem muss ich jetzt Verzugszins bezahlen – weil mir die SVA die Rechnung zwei Monate zu spät gestellt hat. Denn: „Die Verzugszinsen im AHV-Recht sind nicht verschuldensabhängig.“ Das nennt sich dann wohl soziale Verzugszinsanstalt.

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3 Fragen an Michael Jürgs

13 September, 2009

Wie erklären Sie sich den Vormarsch der Prolos und deren Castingshows?
Früher gab es genauso viele Blöde, aber sie hatten keine eigenen TV-Kanäle. Diese haben dazu geführt, dass Blödsein salonfähig geworden ist.

Prolos und blöde TV-Sendungen sind ja keine deutsche Erfindung.
Berlusconis Fernsehen, das ist abenteuerlich. Aber wenn Dieter Bohlen oder Heidi Klum zu Helden der Nation werden, dann muss man sich ernsthaft fragen: Sind wir eigentlich alle wahnsinnig geworden?

Sehen Sie konkrete Anzeichen, dass die Demokratie in Gefahr ist?
Ja, in Italien ist die Verblödung wegen des Berlusconi-TV schon sehr weit fortgeschritten.

Quelle: Sonntagszeitung; Michael Jürgs, „Seichtgebiete“, Bertelsmann-Verlag