Posts Tagged ‘Fussballfans’

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Schweizer Fussball auf Deutsch

11 Oktober, 2008

In Berichten der deutschen TV-Sender über eidgenössischen Fussball geht rein gar nichts ohne Querverbindungen zur Bundesliga. Das tönt dann so: „Bei der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft ist im EM-Qualispiel gegen Lettland eine grosse Verunsicherung zu spüren. Davon liess sich auch der zuletzt bei Leverkusen überzeugende Tranquillo Barnetta anstecken. Auch Udinese-Legionär Gökhan Inler, der in der UEFA-Qualifikation gegen Dortmund einen Elfmeter versenkt hatte, wirkte wenig überzeugend. Die kollektive Verunsicherung der Eidgenossen war auf die Jahrhundert-Niederlage gegen den Fussballzwerg Luxemburg zurückzuführen. Damals schoss der ehemalige Gladbach-Spieler Jeff Strasser die Eidgenossen im Alleingang ab. Wenig überraschend sorgten gegen Lettland die Schweizer Fussballer mit Bundesliga-Erfahrung für die Differenz: Dortmund-Stürmer Alexander Frei erzielte das erlösende 1:0. Den überraschenden Ausgleich für die Letten schoss Ivanovs, dessen Grossmutter einst mit einem Wehrmachtsoldaten angebändelt hatte. Diego Benaglio, der Wolfsburger Keeper im Schweizer Tor, war machtlos. Schliesslich verschonte der ehemalige Hannoveraner Aussenstürmer Blaise N’kufo den Schweizer National- und ehemaligen Dortmund- und Bayern-Trainer Othmar Hitzfeld vor einer Blamage. Am Mittwoch müssen die Schweizer gegen das vom früheren Werder-Dauertrainer Otto Rehagel gecoachte Griechenland mindestens ein Unentschieden holen. Sonst rückt die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika in weite Ferne. Bei der WM 2006 in Deutschland waren die Schweizer noch bis in die Achtelfinals vorgestossen. Dann folgte das legendäre Elfmeterschiessen gegen die Ukraine. Unvergesslich das Zungenspiel des ehemaligen Stuttgart-Stürmers Marco Streller.

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Die spinnen, die FC Bayern!

30 September, 2008
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Sicherheit beim Rasen

15 September, 2008

Verzeigter Autoraser, stell dir Folgendes vor:

  • Du wirst vor, beim und nach dem Autofahren von biometrischen Systemen erfasst. Diese Informationen werden mit der Raserdatenbank und Videoaufzeichnungen verglichen.
  • Kameras in den Werbemonitoren von Tankstellen filmen dich auf deinem Weg zum Auto.
  • Wenn du einen Raserausweis löst, kannst du die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen. Zudem bekommst du verbilligte Getränke.
  • Raser, die ihr Foto und ihre Personalien freiwillig angeben, erhalten eine noch zu definierende Gegenleistung.

Unvorstellbar! Oder? Wo kämen wir da denn hin, wenn wir nicht nur Sportfans, sondern auch Auto-Hooligans umfassend fichieren würden. Auszüge aus dem Detailkonzept „Sicherheit im Sport“ findest du im heutigen Tages-Anzeiger.

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Fussball-Museum Hardturm

6 August, 2008

Als Euro-08-Host-City und Hochsitz der Fifa braucht Zürich ein Fussballmuseum. Das zumindest fordert Zürich Tourismus im Sommerloch. Die Finanzierung sollte angesichts der Gewinne von FifaUefa kein Problem sein; das sind beides gemeinnützige Organisationen, die deshalb fast keine Steuern zahlen. Jetzt können sie uns etwas zurückgeben. Dafür, dass die Fans keine EM-/WM-Tickets mehr kriegen. Fehlt eigentlich nur noch die zentrale Location. Als Providurium ist das Globus-Provisorium im Gespräch. Dort müssten nur noch die Coop-Regale ausgeräumt werden. Oder die Kaserne. Nur gehört die dem Kanton. Und der will zuerst einen Kasernenareal-Masterplan für das Jahr 2087 ausarbeiten – rechtzeitig zum 100-Jahr-Jubiläum des militärischen Auszugs ins Reppischtal. Bleibt das neue Hardturm-Stadion. Das liegt zwar nicht ganz zentral, dafür hat es dort noch viel Platz unterm Spielfeld. Die Museumsbesucher hätten einen unterirdischen Blick auf die Rasenfläche. Weitere Attraktionen wären eine Fussballoffiziellen-Geisterbahn mit Johannson, Meyer-Vorfelder & Co., Franz Beckenbauer’s Erdinger Bierschwemme und Sepp Blatter’s Raclette-Stübli. Als Pilgerstätte vorgesehen ist Maradona’s Hand Gottes.

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EUROphorie: Zeig Flagge!

28 Mai, 2008

Für die endlich bald beginnende EURO 08 zeigt das Land Flagge: Schon über 700 000 Autofahnen mit Schweizer Kreuz wurden hierzulande verkauft. Auch die Fans der anderen EM-Länder zeigen Autoflagge. Meistens sind es zwei: die der Schweiz und ihres Heimatlandes. Mit dieser Strategie vermeiden sie Kratzer an der Auto-Carrosserie. Die tägliche Fähnli-Eu(ro)phorie-Statistik findest du im Sportteil des Tages-Anzeigers: die Schweiz führt bis jetzt klar.
Autofahnen sind eher was für Männer. Für die weiblichen Fans gibt es andere Möglichkeiten, sich zu outen. Zum Beispiel für die Aftergame-Show in nicht ganz jugendfreier EM-Partykleidung: für unter und über der Gürtellinie.

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Niedergang der Zürcher Fussballkultur

17 Februar, 2008

Was ist das Lustvollste am Besuch eines Fussballspiels der selbst ernannten Super League? Richtig: Bier und Pausenbratwurst. Aber auch das wird den Zürcher Fussballfans jetzt ausgetrieben. Zuerst mussten wir aus dem Fussballstadion Hardturm ins Leichtathletik-Stadion Letzigrund wechseln. Dort ist es fast unmöglich, in 90 Minuten Bratwurst und Bier zu bekommen. Und das Bier ist bei „Hochrisikospielen“ ein 2,4-Promille-Pfütze. Resultat: Metzger Horber verkauft vor dem Stadion Bratwürste, das Bier dazu bringen die Fans kartonweise selber mit. Auch am letzten Donnerstag, beim UEFA-Pokalspiel FCZ-HSV. Die für das Stadionumfeld verhängte Bierbannmeile führte zu absurden Situationen am Albisriederplatz: Die Coop-Filiale deckte ihr Alkohol-Sortiment mit Plastik ab, aber im Restaurant Flora gab es normales Bier. Ausser für bekennende Fussballfans: Eine Gruppe HSV-Fans musste unverrichteter Dinge wieder abziehen, während sich die Stammtischgäste fröhlich zuprosteten. Soviel zu Gastfreundschaft und Gewerbefreiheit im Vorfeld der EURO 2008. Mir ist auch nicht bekannt, dass es beim Hochrisiko-Eishockeyspiel ZSC-Lugano in Oerlikon kein Bier mehr gibt. Scheinbar haben die Eishockeyfans einen besseren Ruf. Deshalb plädiere ich für Alkoholtests im Letzigrund-Stadion: Rein kommt nur, wer weniger als 1 Promille ins Röhrchen bläst.