Posts Tagged ‘ZSC’

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Sportstadt Zürich

20 August, 2009

LATVIA SOCCER CHAMPIONS LEAGUE PLAY-OFF FCZ VENTSPILSZSC LionsZürich ist eine Sportstadt: Die ZSC Lions gewannen die Eishockey Champions League. Und der FCZ Zürich steht nach einem 3:0 bei der lettischen Übermannschaft von Ventspils vor dem Einzug in die Champions League. Nur dumm, dass die beiden Stadtklubs diese Erfolge nicht in der Heimat, sondern im st. gallischen Exil feiern müssen. Die ZSC Lions erlebten ihren Klubhöhepunkt in Rapperswil-Jona. Und der FCZ wird in St. Gallen den Jackpot über geschätzte 20 Champions-League-Millionen knacken. Es wird also höchste Zeit für ein kombiniertes Zürcher Eishockey- und Fussballstadion. Ein Trost bleibt: Wenigstens kann das internationale Leichtathletik-Meeting in Zürich stattfinden Dafür hat man schliesslich das Letzigrund-Stadion gebaut. Auch wenn die Stimmung nie mehr so sein wird wie früher.

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ZSC gewinnt im Exil

29 Januar, 2009

zsc-5Gestern war ich am Final der Champions Hockey League. Auf das Endspiel hin werden die Sportstadien normalerweise immer grösser. Nicht so in Zürich: Wenn der ZSC das Finale im europäischen Klubeishockey erreicht, muss er ins Kleinstadion nach Rapperswil ausweichen. Am Schluss war das allen egal: „Egal wo, egal wie, mir sind immer debi“, sangen die ZSC-Fans nach dem historischen 5:0 gegen Magnitogorsk. Damit hatte niemand gerechnet. Das zeigte die folgende Freinacht. Die Fans pilgerten nach Zürich-Oerlikon. Aber das Public-viewing-Zelt beim Hallenstadion war bereits geschlossen, und vor dem Cheyenne bildete sich eine lange Warteschlange. Dafür ging in der Trübli-Bar die Post ab – bis 2 Uhr. Doch die ZSC-Spieler liessen sich bis zu unserem Abgang nicht blicken; die waren im Mascotte. Ich hätte doch auf meinen Kollegen mit Draht in die Spielerkabine hören sollen.

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Privatduell im Penaltyschiessen

30 Oktober, 2008

Gestern war ich am Spiel der Eishockey Champions League zwischen den ZSC Lions und Slavia Prag. 4-4 lautete das Resultat nach 60 Minuten und 3 Minuten Werbepausen. Ansonsten präsentierte sich Spieler und Hallenstadion-Rink weitgehend werbefrei. Was für eine Wohltat fürs Auge. Sehenswert war auch das abschliessende Penalty-Schiessen um den Zusatzpunkt. Nach je 3 Versuchen stand es 1-1. Getroffen hatten der Tscheche Bednar und der kanadische Eishockeymeister Jan Alston. Was danach folgte, hatte nichts mehr mit Mannschaftssport zu tun. Denn Bednar und Alston führten ein Privatduell, das der Tscheche schliesslich gewann: Er schoss insgesamt 4 (!) Penalty-Tore, der ZSC-Löwe nur deren 3. Grund dafür war wohl, das ihn der Torhüterwechsel vor dem 4. Penalty etwas aus dem Konzept gebracht hatte. Alles in allem ein unvergesslicher Eishockeyabend in Zürich-Oerlikon.

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Hammerschlag im Hallenstadion

12 August, 2008

Das Zürcher Hallenstadion ist für rund 150 Millionen Franken umgebaut worden. Im Abstimmungskampf für den städtischen Umbaukredit spielten die Eishockeyaner der ZSC Lions die entscheidende Rolle. Danach mutierten sie zu Statisten, die als Pausenclowns zwischen Art on Ice, Céline Dion und Springpferden aufs Eis durften. Kein Wunder, dass der ZSC eine eigene Halle bauen will. Seit gestern ist bekannt, dass die Lions bis mindestens 2013 im Hallenstadion bleiben (müssen). Dafür erhalten sie eine grössere Garderobe. Darin soll – und das ist jetzt wirklich kein Witz – die ganze Eishockey-Mannschaft Platz haben. Der symbolische erste Hammerschlag zur Vergrösserung der bisherigen Eishockeyaner-Abstellkammer ist gestern erfolgt – drei Jahre nach dem Luxus-Hallenumbau. Welcome to Seldwyla!

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Zürcher Biersitten

21 Mai, 2008

Zürich ist trotz Turbinenbräu keine Bierstadt (mehr). Zuerst ging am Eishockey-Playoff-Finale im Hallenstadion nach 40 Spielminuten das Bier aus. Zum Glück wurden in den Katakomben noch einige Fässer gefunden. Und bei der ZSC-Meisterfeier gab es dann ökologisch wertvolles Aludosenbier und Freinacht auf Glatteis. Dass es dabei keine Schwerverletzten gab, ist wohl dem Alkohol zu verdanken. Ein weiterer Beweis, dass „Bier, in Massen getrunken, gewiss nicht schadet“.
Ansonsten gelten in der Host City Zurich andere Sitten: An den Fussballspielen von GC und FCZ gibt es um und im Leichtathletik-Stadion Letzigrund nur 2,4%-Bier. Darum bringen die Zuschauer das Dosenbier gleich selber mit. So weit soll es an der Street Parade nicht mehr kommen. Stadträtin Esther Maurer droht mit dem Ende der technoiden Grossveranstaltung, sollte es wieder zu Alkoholexzessen kommen. Um diese Drohung zu unterstreichen, fährt ein grünes Sponsor-Gefährt auf dem städtischen Tramnetz. Das Tram trägt Werbung für Carlsberg alkoholfrei: das offizielle EURO-08-Bier, das niemand trinken und schon gar nicht 6 Franken dafür bezahlen will.

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Nichtraucher-Stadion

14 April, 2008

„Das Hallenstadion ist ein Nichtraucher-Stadion“, tönt es immer wieder durch das weite Rund. Und: „Wer das Verbot missachtet, wird aus dem Hallenstadion gewiesen.“ Auf dem Weg an die frische Luft passierst du dann die neblige Pausenzone. Dort ist Rauchen ausdrücklich erlaubt. Vor lauter Rauch kannst du an ZSC-Spielen kaum mehr das Ende der Schlange vor dem Bierstand erkennen. Überall wird gepafft, was die Drittelspause zeitlich hergibt. Denn: das Hallenstadion ist ein Nichtraucher-Stadion.

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Niedergang der Zürcher Fussballkultur

17 Februar, 2008

Was ist das Lustvollste am Besuch eines Fussballspiels der selbst ernannten Super League? Richtig: Bier und Pausenbratwurst. Aber auch das wird den Zürcher Fussballfans jetzt ausgetrieben. Zuerst mussten wir aus dem Fussballstadion Hardturm ins Leichtathletik-Stadion Letzigrund wechseln. Dort ist es fast unmöglich, in 90 Minuten Bratwurst und Bier zu bekommen. Und das Bier ist bei „Hochrisikospielen“ ein 2,4-Promille-Pfütze. Resultat: Metzger Horber verkauft vor dem Stadion Bratwürste, das Bier dazu bringen die Fans kartonweise selber mit. Auch am letzten Donnerstag, beim UEFA-Pokalspiel FCZ-HSV. Die für das Stadionumfeld verhängte Bierbannmeile führte zu absurden Situationen am Albisriederplatz: Die Coop-Filiale deckte ihr Alkohol-Sortiment mit Plastik ab, aber im Restaurant Flora gab es normales Bier. Ausser für bekennende Fussballfans: Eine Gruppe HSV-Fans musste unverrichteter Dinge wieder abziehen, während sich die Stammtischgäste fröhlich zuprosteten. Soviel zu Gastfreundschaft und Gewerbefreiheit im Vorfeld der EURO 2008. Mir ist auch nicht bekannt, dass es beim Hochrisiko-Eishockeyspiel ZSC-Lugano in Oerlikon kein Bier mehr gibt. Scheinbar haben die Eishockeyfans einen besseren Ruf. Deshalb plädiere ich für Alkoholtests im Letzigrund-Stadion: Rein kommt nur, wer weniger als 1 Promille ins Röhrchen bläst.